Überzeugen und führen ist nichts für Hochsensible! No way!

überzeugen und führen

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Wie will ein Hochsensibler Mensch andere beeinflussen, überzeugen und führen, wenn er so schnell an seine Grenzen kommt? Man kann es. Wie sage ich euch heute.

Autorität ist ein Graus – oder doch nicht?

Wie erziehst du denn dein Kind?

Zu diesem Thema gibt es heutzutage sogar eine Doku-Soap. Familien werden gefilmt und von anderen über ihren Erziehungsstil beurteilt. Ob es sowas braucht, will ich nicht beurteilen.

Aber mal zu dir! Wie bist du denn aufgewachsen? Musstest du das machen, was dir deine Eltern aufgetragen haben oder warst du frei wie ein Vogel? Autoritär oder Antiautoritär heisst das, so glaube ich.

Meine Eltern liessen mir, je älter ich wurde, immer mehr Freiheit selbst zu entscheiden. In jüngeren Jahren durfte ich noch das tun, was sie für richtig hielten.

Das erste Mal selbst vor Menschen stehen, durfte ich als Jungschar-Leiter. Scheu, wie ich war, führte ich eher nach dem Motto „Bitte bitte tut, was ich euch sage, denn sonst weiss ich nicht, was ich dann tun würde.“

Glücklicherweise haben sie getan, was ich verlangt habe! Uff!

Autorität im 21-ten Jahrhundert. Echt jetzt?

Birkman kennt die Komponente Autorität auch. Sie bedeutet Überredungskunst und sagt aus, wie du deine Meinung vertrittst und wie du mit den Ideen anderer umgehst. Wie steckst du deinen Zuständigkeitsbereich ab, welchen Stellenwert hat Delegieren bei dir und wie steht es um das Zuhören.

Kurz gesagt: Es geht um das verbale Durchsetzungsvermögen.

Ich glaube, dass Autorität auch heute immer noch wichtig ist. Natürliche Autorität, bei welcher die Personen dir freiwillig überall hin folgen.

In meiner Militärzeit mussten wir einmal am Freitagabend noch auf die Kampfbahn. Unser Leutnant ging mit gutem Beispiel voran und absolvierte den Parcours als erster. Jeder war jetzt bereit zu folgen. Er hätte auch nur den Befehl geben und selbst zuschauen können.

Ich muss den Chef spielen und andere überzeugen können

Wenn es mir gut geht – das bedeutet, wenn mein hochsensibler Kessel noch leer ist – bin ich ein Mensch der sehr rasch Position bezieht und mein Gegenüber zu überzeugen und zu beeinflussen versucht.

Deshalb leite ich auch sehr gerne Workshops und Seminare. Menschen etwas beibringen zu können, sie zu lehren und mit ihnen gemeinsam etwas erarbeiten zu können ist für mich etwas vom Grössten.

Das Dumme daran ist nur: Wenn du mich das erste Mal siehst, würdest du nie darauf kommen, dass ich das kann. Ich bin im Umgang mit neuen Menschen eher schüchtern. Wenn ich aber weiss, wovon ich spreche, stehe ich gerne vor Menschen hin um ihnen etwas beizubringen und sie zu überzeugen.

„Aber wie passt das zu deiner Hochsensibilität?“, fragst du jetzt vielleicht?

Ich habe festgestellt, dass es eine Frage des Masses ist. Wenn ich Menschen anleiten darf, ist das wunderbar für mich und gibt mir sogar Kraft. Ich brauche aber bei einem Event auch immer wieder Zeit für mich alleine, um zu regenerieren.

Das heisst, bei mir wirst du an einem Seminar immer wieder Zeit zum Arbeiten für dich haben. Natürlich auch, weil ich davon überzeugt bin, dass du nicht von Frontalunterricht erschlagen werden sollst. Ich benötige aber die Zeit zwischendurch für meine Erholung.

Klare Verhältnisse…

Weisst du was ich hingeben gar nicht liebe?

Menschen die sich in meinem Garten ausbreiten wollen. Dabei spreche ich nicht von Teammitgliedern oder anderen Leitern, die mit mir gemeinsam an etwas arbeiten wollen oder müssen.

Ich spreche von Menschen, die plötzlich etwas tun, was eigentlich ich machen sollte, nur weil die Zuständigkeiten nicht sauber geregelt worden sind. Das stresst mich. Ich brauche für mich klar abgesteckte Zuständigkeiten.

Sag mir was du von mir willst – und das bitte so klar wie möglich.

Kannst du dich noch an den Blogbeitrag über ACHTUNG erinnern? Wenn wir beide im direkten Gespräch miteinander reden ist es für mich sehr wichtig, dass du deine Meinung deutlich zum Ausdruck bringst, obwohl ich in meinen Aussagen eher diplomatisch bin.

Spielt hier auch mit hinein.

Ist alles klar geregelt, kann ich den Turbo zünden. Wenn nicht…

…übernehme ich den Laden jetzt!

Keine Angst! Ich werde nicht handgreiflich. Wenn ich aber merke, dass jemand, der für einen Bereich zuständig ist, nicht klar führt und kommuniziert was er von mir erwartet, kann ich provokativ werden und mich sogar übermässig durchzusetzen zu versuchen.

Ist nicht gerade toll! Oder?

Deshalb ist es für mich wirklich wichtig, gar nicht in den Stressbereich zu kommen. Denn mein Stressverhalten wird dazu führen, dass ich mich bei dir nicht gerade beliebt mache. Oder?

Aus dem Profil habe ich gelernt, klar zu kommunizieren und vom Gegenüber eine eindeutige Aussage einzufordern. Das hilft mir, nicht in meinen Stressbereich abzurutschen sondern mit dir auf einer Ebene kommunizieren und arbeiten zu können.

Immer wieder zu reflektieren, gerade wenn es einmal nicht so gut funktioniert hat, ist elementar. Deshalb versuche ich auch, mir immer wieder Zeit dazu zu nehmen.

Und was, wenn du anders bist?

Falls du in dem Punkt anders bist als ich, ist das toll! Jeder Mensch ist einzigartig und letzten Endes sollte jeder Mensch seine ganz persönlichen Stärken im Alltag ausspielen können!

Ich habe für mich im Birkman Persönlichkeitsprofil Vieles entdeckt, was mir vorher noch nicht klar war bzw. was ich so für mich nur „gefühlt“ hatte.

Klar zu kommunizieren ist ein Punkt, an welchem ich immer wieder arbeiten muss.

Ganz wichtig sind für mich auch Diskussionen. Jawohl. Diskussionen!

Ich diskutiere am liebsten Aufträge oder Projekte. Aber nicht, um sie zu kippen oder aus den Aufträgen heraus zu kommen. Für mich sind die Diskussionen wichtig für das Verständnis. Und ganz offen gesagt, auch am liebsten nur mit einer Person auf einmal.

Muss ich beispielsweise in einer Gruppe mitdiskutieren, sollten sich die Themen nicht zu schnell ändern, sonst komme ich ebenfalls in den Stressmodus. Hochsensibilität lässt grüssen. Mein Kessel wird dann zu schnell gefüllt und das führt zu einem Overflow.

Er überläuft.

Ich habe mir angewöhnt, in neuen Teams oder Gruppen das auch so zu kommunizieren. Wenn Jemand versteht, warum ich den erhaltenen Auftrag diskutiere, reagiert er positiver als wenn er den Eindruck hat, ich würde an seinem Stuhl sägen.

Jetzt bist du dran

Wie gehst du als Hochsensibler mit Autorität um? Bist du eher die Person, welche vor einer Gruppe steht und zu überzeugen versucht, oder gehörst du zu denen, die erstmal Vorschläge einbringen und dann abwarten?

Lass uns als Hochsensible Community daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unten in die Kommentarsektion.

Sei ein Abenteurer der die Welt bewegt!

Dein Markus

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