Nach einem Jahr als „Wissender“

Wissender

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Echt jetzt? Die Weisheit mit Löffeln gegessen?

Jein! Aber doch vieles gelernt. Jede Erfahrung war wertvoll. Und doch gibt es noch vieles, was ich noch zu lernen habe.

Es war einmal……. ziemlich genau vor einem Jahr

… da surfte ich im Internet auf der Suche nach etwas. Und wie es so oft ist, landet man komplett wo anders als man ursprünglich gedacht hat.

Ich stiess auf eine Seite für Hochsensible Menschen. Beim Überfliegen sprachen mich die Beschreibungen an, weiss der Geier warum.

Irgendwie fand ich mich wieder in den Texten und so las ich immer weiter. Seite für Seite.

Und als ich den Test für mich beantwortete, war klar: Hochsensibel. Auch der Fragebogen auf einer anderen Seite kam zum gleichen Schluss!

Ich war also Hochsensibel!

Und damit wurde ich ein „Wissender“.

Es war als raus! Uff!

Diese Tests sind aber gar nicht wissenschaftlich!

Diese Aussage habe ich immer wieder gelesen und gerade kürzlich in einem Fernsehbericht gehört.

Mag sein!

Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass sie einen ersten Hinweis auf Hochsensibilität liefern können.

Und vor allem haben sie mir geholfen, mich noch besser um mich und meine Bedürfnisse zu kümmern.

Wenn ich gut für mich und meinen Energiehaushalt sorgen kann, werde ich auch mit mehr Energie meine Beziehung führen, meine Arbeit erledigen und weniger oft meinen Freunden absagen müssen.

Sorry – aber alles ist nicht gut – plötzlich

Leider nein!

Es wäre schön, wenn ich das sagen könnte. Dass alles jetzt super ist. Kann ich aber nicht.

Obwohl sich Vieles positiv verändert hat und ich bewusster durchs Leben gehe, sind einige Schwierigkeiten geblieben. Es ist wie so oft im Leben nicht Instant. Pulver rein, Wasser dazu und gut ist.

Wäre manchmal zu schön. Gebe ich offen zu.

Aber das Leben ist Arbeit – und das bedeutet, auch an sich selbst zu arbeiten.

Manchmal denke ich sogar, dass es angenehmer war, als ich noch nicht wusste, warum ich nach einem Shoppingtag in der Stadt müde war.

Ich ging einfach schlafen und erholte mich. Ohne dass mein Gehirn danach gesucht hat, was ich das nächste Mal besser machen könnte.

Die bewusste Gestaltung des Tages – oder die des Abends davor – zum Beispiel früh ins Bett zu gehen um ausgeschlafen zu sein – kann auch anstrengend sein.

Langer Satz! Sorry!

Und doch – vieles ist besser geworden

Die Planung der Tage, auch der Arbeitstage, gestalte ich jetzt so, dass ich am Morgen die wichtigen Arbeiten zuerst erledige.

Dann, wenn ich noch frisch bin und Energie habe.

Im Geschäftsalltag nutze ich den Morgen und erledige die Arbeiten, die mich im Business wirklich weiterbringen, als Erstes.

Das ist im Moment das Schreiben dieser Blogartikel und eines E-Books. Alle Arbeiten, wie E-Mails lesen, auf Social-Media mit Menschen kommunizieren, verschiebe ich auf den späteren Morgen oder sogar auf den Nachmittag.

Damit nutze ich mein Leistungshoch am Morgen besser. Und mein Kopf ist noch nicht von Eindrücken müde.

Auch Privat plane ich Aufgaben, die mich fordern, eher auf den Morgen, meistens am Samstag.

Kürzlich hat mich meine Frau darauf hingewiesen, dass wir eine Einladung lieber auf einen anderen Termin verschieben sollten.

Ganz ehrlich? Im ersten Moment war ich enttäuscht. Ich hatte wirklich Lust, mich mit diesen tollen Menschen zu treffen!

Aber dann meinte sie, dass ich ansonsten am Sonntag für einen anderen Termin keine Energie mehr haben würde.

Sie hatte recht! Das Weekend war auch so schon anstrengend. Mit diesem zusätzlichen Termin wäre es für mich zu einer Katastrophe geworden.

Plane dir deshalb immer wieder Ruhezeiten bewusst ein.

Da muss ich mich selbst an der Nase nehmen und diese Zeiten auch in meinen Kalender eintragen.

Weil ansonsten ist der Abend schneller voll als du das Wort Hochsensibel aussprechen kannst.

Ein „Wissender“ zu sein allein reicht nicht aus. Du musst es auch umsetzen!

Positives hat es schon einiges gegeben

Wie schon gesagt, die Planung meines Kalenders ist machtentscheidend. Privat wie Geschäftlich.

Dadurch hat sich mein Energielevel verbessert. Und die Auszeiten helfen mit, nicht zu schnell müde zu werden.

Auch die Gespräche mit meiner Frau sind wichtig. Das Thema Hochsensibilität betrifft nicht nur dich, sondern auch dein Umfeld.

Und für eine Nicht-Hochsensible Person ist es manchmal schwer nachvollziehen zu können, warum wir gerade so reagieren wie wir es eben tun.

Rede mit deinem Partner, deiner Familie und erkläre deine Bedürfnisse. Vereinbare aber im Gegenzug zu einer Auszeit auch Zeitfenster, in welchen du Zeit für deine Liebsten reservierst.

Es ist ein Geben und ein Nehmen!

Am meisten bewährt hat sich bei mir Sport! Wenn mein Denken sich ein Tohuwabohu verwandelt – das ist dann jeweils ein wildes Durcheinander von Gedanken – dann ist Joggen zu gehen die Wunderwaffe für mich.

Nach einer solchen Mini-Auszeit bin ich wieder richtig frisch. Zumindest im Kopf.

Insgesamt darf ich ein positives Fazit von meinem Leben als „Wissender“ ziehen. Es gibt aber auch immer noch Luft nach oben.

Wo ich noch was zu tun habe!

Das Abschalten nach einem intensiven Tag fällt mir noch schwer. Wenn ich am Abend eine Sitzung hatte und Aufgaben mit nach Hause nehme, fängt es nach dem Zubettgehen in meinem Kopf zu drehen an.

„Wie könnte ich das machen?“

„Wenn ich das dann so mache, dann bedeutet das für die andere Aufgabe…“

Kennst du das?

Echt mühsam!

Da bin ich für mich noch auf der Suche nach einer Möglichkeit, mein Gehirn für die Nacht herunterzufahren.

Auch Projekte, die über eine längere Zeit andauern und sich sogar überlappen, sind ein Problem. Im Unterbewusstsein scheinen mich diese Aufgaben konstant zu beschäftigen.

Die Folge? Müdigkeit!

Geht in dieselbe Richtung wie das Abschalten am Abend.

Leider fällt dann Joggen am Abend als Möglichkeit zum Herunterfahren aus. Ein Spaziergang ist da die bessere Möglichkeit.

Hier habe ich definitiv noch Entwicklungspotenzial.

Gute Bücher mit viel Wissenswertem – aber…

… zu wenig praktisch.

Bisher. Die Bücher, die ich gelesen habe.

Liegt vielleicht auch daran, dass es einfach zu viele verschiedene Hochsensible Menschen gibt.

Und trotzdem.

Ich würde mir wünschen, hier mehr Praktisches Wissen zu erhalten.

So bin ich eben!

Wenn du dahingehend einen Buchtip für mich hast, freue ich mich, wenn du mir den in der Kommentarsektion unten mitteilst.

Jetzt bist du dran!

Wie sind deine Erfahrungen mit deiner Hochsensibilität? Wie lebst du als „Wissender“? Wie lange weisst du es bereits und wie hat sich dein Leben seither verändert?

Lass uns als Hochsensible Community daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unten in die Kommentarsektion.

Sei ein „Wissender“ der die Welt bewegt!

Dein Markus