Warum das Gegen-die-Wand-laufen das Beste war das mir passieren konnte

Wenn wir gegen die Wand laufen

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Jede Wand zeigt neue Möglichkeiten.

Das Gegen-die-Wand-laufen schmerzt! Definitiv! Hast du das auch schon erlebt? Irgendwie ging es einfach nicht mehr weiter?

Autsch! Meine Nase tut mir weh!

Es ist 1970. Ein kleiner Junge wird durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Bis auf dass er etwas blau angelaufen ist, scheint alles in Ordnung zu sein. Er schreit jedenfalls.

Seine Kindheit verläuft normal. Primar- und dann Sekundarschule. Anschliessend eine Lehre als Automechaniker.

Etwas schüchtern scheint er zu sein. Geht nicht gerne auf Andere zu. Ist eher für sich.

Aber ansonsten alles ok.

Er hört als Kind gerne alleine Musik. Sport und Bewegung sind ihm immer wichtig. Für andere zu engagieren, ein Herzensanliegen.

Kennst du ihn?

Genau. Dieser Junge, das bin ich!

Eine normale Kindheit, halt etwas schüchtern. Aber sonst alles im grünen Bereich.

Von aussen gesehen jedenfalls.

Ich selbst spürte bereits während meiner Ausbildung, dass ich diesen Beruf nicht für immer ausüben wollte.

Jeden Tag das gleiche tun.

Grosser Service, kleiner Service, Neuwagenaufbereitung, Reparaturen.

Immer wieder.

Also überlegte ich mir bereits damals, wie ich mich weiterbilden oder umsatteln könnte.

Die damals gerade erschwinglich gewordenen PCs interessierten mich sehr. Ich wollte in die Informatik und so entschloss ich mich, erstmal eine kaufmännische Ausbildung zu machen und die Handelsschule zu besuchen.

Soweit so gut.

Leider verlor ich genau in dieser Zeit meinen Job. Die erste Zeit ohne Sinn und strikten Tagesablauf begann.

Echt jetzt?!

Nachdem ich wieder eine Anstellung gefunden hatte, wollte ich mich in Richtung Büro weiterentwickeln. Aber soweit kam es nicht. Zu meinem Leidwesen mussten sie in meiner Abteilung zwei Mitarbeiter abbauen und…

… es traf mich!

So ging es eine Zeit lang weiter. Job gefunden, Ausbildung gemacht, wieder arbeitslos.

Irgendwann hatte ich es dann doch geschafft und in der IT Fuss gefasst.

Jetzt konnte die Karriere losgehen.

Ich arbeitete über 10 Jahre mehr oder weniger glücklich in diversen Positionen in der IT. Eher weniger, wie ich erst viel später festgestellt habe. Gegen Ende dieser 10 Jahre pendelte ich jedenfalls jeden Tag zwei Mal knapp zwei Stunden nach Bern und zurück.

Alles gut – oder?

Nein – nicht ganz. Denn das Pendeln mit dem Zug machte mich extrem müde. Damals wusste ich noch nicht warum.

Unter anderem deshalb beschlossen meine Frau und ich, uns eine Auszeit in Kanada zu nehmen. Drei Monate Englisch lernen. Hat uns beiden wirklich gut getan und meine Batterien wieder aufgeladen.

Bereits vor unserem Auslandaufenthalt war ich bei einer Lebensberatung. Resultat: Nochmals die Schulbank drücken und Betriebsökonomie studieren. Das Personalwesen als Hauptfach.

Endlich schien alles in die richtigen Bahnen zu kommen. Dieses Mal klappt es!

Das Studium konnte ich erfolgreich abschliessen und bald darauf ein Hochschulpraktikum beginnen.

Perfekt!

Nachdem das Praktikum beendet war, ging die Odyssee aber erst richtig los.

Wieder Arbeitslosigkeit. Und diesmal für länger als die vorherigen Male.

Jetzt reicht es ! Es ist genug mit Gegen-die-Wand-laufen!

In dieser Zeit lernte ich einen Coach kennen, der sich mit dem Thema Berufung beschäftigt. Man könnte dem auch „Lebenssinn finden“ sagen.

Das Coaching brachte mich dann auf den Weg, auf welchem ich heute unterwegs bin.

Als Selbständiger.

Ich bemerkte bald, dass mir die Möglichkeit, den Tag so zu gestalten wie ich es wollte, genau die Freiheit bot, nach der ich so lange gesucht hatte.

Ich konnte mich dann erholen, wenn ich es brauchte. Aber auch mal länger arbeiten.

Fühlte sich super an.

Alles gut? Nicht ganz – noch nicht!

Doch ich wusste damals immer noch nicht, warum ich in Menschenmassen schnell müde wurde.

Warum mich lange intensive Gespräche an einem Fest fast zusammenbrechen liessen.

Dass ich das herausfinden durfte, war ein grosses Geschenk!

Echt! Für mich ist das so.

Beim Surfen im Internet war ich auf der Suche nach Persönlichkeitstrainings oder etwas Ähnlichem. Ich weiss es heute gar nicht mehr so genau.

Auf jedem Fall bin ich dabei auf eine Webseite für Hochsensible gestossen. Und schon im ersten Drittel der Webseite wurden gewisse Themen beschrieben, mit denen Hochsensible Menschen zu kämpfen hätten.

Ich fühlte mich direkt angesprochen.

Dann kam der Fragebogen.

Erste Frage: ja
Zweite Frage: ja
Dritte Frage: ja
usw.

Viele der Fragen habe ich mit ja beantwortet.

Die Auswertung war dann klar:

Hochsensibel!

Na super! Ein Sensibelchen! Das kann doch nicht sein.

Und ob das nicht schon genug wäre, fand ich auf einer anderen Webseite einen ähnlichen Fragebogen.

Und das Ergebnis?

Wieder Hochsensibel!

Somit war klar: Ich bin Hochsensibel. Punkt.

Das war vor rund einem Dreiviertel Jahr.

Seither bin ich daran, meine Tage bewusster zu planen und meinen Ressourcen gezielter einzuteilen.

Planen um Flexibel bleiben zu können

Ja, so ist mein Kredo. Irgendwie.

Je besser ich meine Woche plane, desto mehr bin ich in der Lage, flexibel auf Wünsche von Kunden oder Freunden zu reagieren, ohne meine Ressourcen dabei komplett zu erschöpfen.

Ich nutze dabei ein Tool, das nur schwer zu bekommen ist:

Den Kalender!

Ich blockiere mir zum Beispiel gewisse Abende, an denen ich etwas mache, was mir Energie gibt. Das kann Sport sein, Musik oder mit einem guten Freund einen Spaziergang machen und quatschen.

Einzige Bedingung:

Es muss meinen Energietank auffüllen!

Etwas habe ich dir noch verschwiegen

Eine gute Webseite, wo du viele nützliche Informationen und Links finden kannst ist zartbesaitet.net

Dort ist auch das Buch von Georg Parlow aufgeführt, das ich als erstes nach meinem Aha-Moment gelesen habe.

Jetzt bist du dran!

Manchmal verläuft das Leben nicht so wie wir es planen. Life happens!

Wie Lou Holtz einmal sagte, ist das Leben nur 10 Prozent was wirklich geschieht und 90 Prozent wie du darauf reagierst.

Wie gehst du mit deiner Hochsensibilität um? Hast du schon ähnliche Erlebnisse gemacht und wie bist du damit umgegangen?

Lass uns als Hochsensible Community daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unten in die Kommentarsektion.

Sei ein Abenteurer der die Welt bewegt!

Dein Markus