Ich kann das sowieso nicht! Warum Glaubenssätze so wichtig sind.

Glaubenssätze

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Genau! Mit dieser Einstellung sowieso nicht!

Die meisten Menschen haben schon einmal Sätze wie „Ich kann das nicht!“ oder „Dafür bin ich nicht gut genug!“ zu sich selbst gesagt. Leider erfüllen sich diese Sich-Selbst-Erfüllenden-Prophezeiungen leider immer wieder selbst.

Du verletzt dich ja sowieso wieder!

Ich träume schon seit Jahren davon, einen Marathon zu laufen. Seit meinen Zwanzigern ist es mein Ziel, einmal die 42,195 Kilometer zu bezwingen.

Nun bin ich 47 Jahre alt und habe den Marathon immer noch nicht gelaufen. Nicht mal einen halben!

Warum? Das ist eine gute Frage!

In der Summe sind es mehrere Gründe:

  • Kein oder überhaupt wenn, dann habe ich nur wenig Sport gemacht.
  • Wenn ich dann zu trainieren begonnen habe, wollte ich zu schnell zu viel. Resultat: Verletzungen
  • In der Folge war ich frustriert und habe es eine Weile sausen gelassen.
  • usw.

Dieser Kreislauf hat sich immer wieder mal wiederholt.

Wieder begonnen zu trainieren – Schmerzen – Training abgebrochen – Pause – Wieder begonnen…

„Ich kann das ja eh nicht!“ war irgendeinmal meine Reaktion.

Aber stimmt das wirklich? Oder liegt da etwas anderes im Argen?

Ja, da ist wirklich etwas faul! Denn im Laufe der Zeit hat sich in mir ein Glaubenssatz etabliert, der nur Frust und Enttäuschung ausgelöst hat.

Was ist denn bei dem falsch?

Da gibt es Verschiedenes.

Zum einen ist da mein Ziel, einen Marathon zu laufen. Nicht das Ziel an sich ist falsch dabei, sondern vielmehr die Zeit, in der ich das schaffen wollte. Wenn du dir bei einem so grossen Ziel keine Zwischenziele setzt, wirst du versagen. Und wenn du deine Zwischenziele dann auch noch in kürzester Zeit erreichen willst, ist eh schon fertig.

Verletzung programmiert – in meinem Fall.

Vor allem aber habe ich nebst der fehlenden Geduld immer mehr daran geglaubt, dass es sowieso nicht funktioniert.

Zugegeben – kann sein, dass ich es nicht schaffe. Weil meine Gesundheit nicht mitmacht. Aber wenn ich es nicht versuche, und alles dafür mache, werde ich es auch nicht schaffen.

Das grösste Hindernis auf meinem Weg ist mein Glaubenssatz „Ich schaffe das eh nicht!“

Warum handeln wir oft nicht?

Wir sind so ausgelegt, dass wir Schmerz zu vermeiden als wichtiger ansehen als Freude zu gewinnen.

Bei mir ist es vor allem der Schmerz der Enttäuschung, dass es nicht funktionieren könnte. Ich könnte mich ja wieder verletzen.

Deshalb handeln wir oft nicht. Deshalb habe ich lange das Laufen an den Nagel gehängt und gelitten, wenn ich andere beim Joggen sah. Aber die Angst vor der Enttäuschung war grösser als die Vorfreude auf ein tolles Training und einen gelungenen Lauf.

Die mögliche Freude, einen Lauf erfolgreich zu bestehen wird dabei von der Angst, durch mögliche Verletzungen einen längeren Weg in Kauf nehmen zu müssen in den Schatten gestellt.

Dann lass ich es doch lieber gleich! Hat ja eh keinen Sinn.

Doch woher kommt das?

In meinem Gehirn stellen sich in solchen Situationen zwei Fragen:

  1. Wird mir dieses Ereignis Freude bereiten oder Schmerzen verursachen?
  2. Was muss ich tun, um Freude zu erleben oder Schmerzen zu vermeiden?

Wie wir diese beiden Fragen beantworten, hat mit unseren Glaubenssätzen zu tun.

Woher kommen meine Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind Generalisierungen, die uns helfen, Entscheidungen aufgrund von Mustern zu treffen. Leider haben sie auch die eher unangenehme Angewohnheit, zu solchen negativen Glaubensmustern zu führen.

Jeder hat sie.

„Ich kann das nicht!“

„Nur wenn ich ein Studium absolviert habe, werde ich genug Geld verdienen können!“

Diese negativen Glaubenssätze führen dann zu den sich selbst erfüllenden Prophezeiungen.

Weil ich nicht daran glaube, versuche ich es erst gar nicht oder nur halbherzig und somit schaffe ich es nicht. Also hatte ich damit recht.

Aber woher kommt das denn jetzt?

In meinem Fall kommt mein negativer Glaubenssatz aus meinen Erlebnissen. Ich habe das so schon mehrmals erlebt!

Diese Referenzerlebnisse haben meinen Glaubenssatz geprägt.

Da ich dieses Erlebnis nicht nur einmal, sondern einige Male gehabt habe, hat es mein Gehirn als real, als Wahrheit abgespeichert.

Das ist so! Punkt!

Dabei ist das Quatsch, weil…

Die Vergangenheit ist nicht die Zukunft!

Was in der Vergangenheit war, ist nicht für die Zukunft gesetzt!

Diese Erkenntnis ist die Basis, um meinen Glaubenssatz und damit das Ergebnis ändern zu können.

Ich habe vor einem Jahr ungefähr wieder mit Joggen angefangen. Am Anfang nur 15 Minuten. Dabei bin ich nur maximal 5 Minuten wirklich gejoggt. Den Rest der Zeit bin ich etwas zügiger spaziert. Heute jogge ich schon bis zu einer halben Stunde.

Ich bin noch nicht beim Marathon angelangt; und mit Verletzungen habe ich auch bereits gekämpft; aber ich habe mir gesagt, dass ich nicht so schnell aufgeben und immer eine Möglichkeit finden werde, weiterzumachen.

So werden die eingetretenen Pfade in meinem Gehirn immer mehr überwachsen, bis der Pfad verschwunden ist.

Wo hast du solche Glaubenssätze?

Jetzt wird angepackt!

Bevor du weiterliest, habe ich eine Aufgabe für dich:

  • Schreibe während 10 Minuten alle Glaubenssätze auf, die dir in den Sinn kommen.
  • Dabei spielt es keine Rolle, ob sie positiv oder negativ sind.
  • Höre nicht auf, bevor die 10 Minuten nicht vorbei sind.

Und? Wie ist es gelaufen? Ich nehme an, dass du eine lange Liste von Glaubenssätzen aufschreiben konntest. Am Anfang ist es eher mühsam, doch dann kommt das Gehirn in Schwung und es läuft wie geschmiert.

Nun folgt Aufgabe 2:

  • Markiere dir mit einer Farbe 3 positive und mit einer anderen Farbe 3 negative Glaubenssätze.
  • Stelle dir zu jedem der 3 negativen Glaubenssätze die folgenden Fragen:
    • Was ist lächerlich an diesem Glaubenssatz?
    • Woher habe ich diesen Glaubenssatz und wer hat ihn mir beigebracht?
    • Welchen Preis muss ich bezahlen, wenn ich diesen Glaubenssatz beibehalte?

Ist schon heftig, nicht wahr? Wenn du dir überlegst, was geschieht, wenn du dabei bleibst und den Glaubenssatz beibehälst?

Nun schreibe die 3 negativen Glaubenssätze so um, dass sie zu positiven Glaubenssätzen werden. Dazu kannst du dir zuerst eine Liste erstellen, wie es sein wird, wenn sie sich nicht mehr negativ sondern positiv auswirken werden.

Wie wird es sich anfühlen? Wie wirst du dich verhalten? Was wird anders sein? Was wird besser sein?

Zum Abschluss noch die folgende Frage: Was ist der Unterschied zwischen dem negativen und dem positiven Glaubenssatz? Wodurch unterscheiden sich diese beiden? Was ist beim positiven anders?

Schreib dir das auf!

Damit das nun nicht zu einer Eintagsfliege wird

Wir alle kennen das. Am Silvester beschliessen wir, dass man ab dem neuen Jahr etwas ändern wird. Wir werden keine Süssigkeiten mehr essen, mehr Sport machen oder ab jetzt unsere Verwandten öfters besuchen.

Was immer es auch ist, spätestens im März ist davon in der Regel nichts mehr übrig!

Warum?

Weil Veränderung, die von Dauer sein soll, auf 3 Säulen aufbaut:

  1. Wir glauben daran, dass sich etwas ändern muss.
  2. Wir sind überzeugt, dass wir selbst etwas ändern können.
  3. Wir wissen, dass wir etwas ändern können.

Wenn du dir sicher bist, dass sich etwas ändern muss, du selbst die Ursache für die Änderung bist und sich etwas ändern kann, wirst du es auch schaffen.

Jetzt bist du dran!

Wo kämpfst du ganz persönlich als Hochsensibler Mensch mit negativen Glaubenssätzen? Wie gehst du damit um und welche Methoden hast du, negative in positive Glaubenssätze umzuwandeln?

Lass uns als Hochsensible Community daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unten in die Kommentarsektion.

Sei ein Abenteurer der die Welt bewegt!

Dein Markus