Wie ich mein negatives Verhalten dauerhaft ändern kann

Verhalten

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Und nicht schon wieder an den Kühlschrank gehe.

Ich habe mir schon so oft etwas vorgenommen und dann eine Woche später entmutigt wieder aufgegeben. Du sicher auch schon? Was du tun kannst, um in Zukunft dein Verhalten dauerhaft zu ändern, zeige ich dir heute.

Dauerhaft das Verhalten ändern funktioniert ja eh nicht

Echt jetzt?

Wenn ich an meine bisherigen Neujahrsvorsätze denke, ist das so. Meistens am Silvester, kurz vor Mitternacht, wird mir so richtig bewusst, dass ich mir noch etwas für das neue Jahr vornehmen sollte.

Macht man doch so!

Also habe ich mir ein, zwei Ziele gesetzt und mir fest vorgenommen, diese ab morgen auch umzusetzen. Schliesslich weiss ich ja, wie ein Ziel formuliert werden muss: SMART

  • Specific – spezifisch
  • Mensurable – messbar
  • Achievable – angemessen
  • Relevant – realistisch
  • Timely – terminiert

Gesagt – getan!

Ziel formuliert, schriftlich festgehalten und dann auch begonnen umzusetzen.

Und wie es so ist, am ersten Tag läuft es super! Keine Schokolade mehr gegessen. Am zweiten Tag ebenfalls. Und dann – am dritten Tag hat dich der Chef geärgert und du kommst frustriert nach Hause.

Was machst du?

„Ein Stück Schokolade habe ich mir heute verdient!“, sagst du dir. Und dann noch eins, und noch eins….

Und schon ist der Neujahrsvorsatz Geschichte!

Kennst du das? Ich jedenfalls schon!

Dauerhafte Veränderungen zu erreichen, bedeutet genau zu wissen WAS man ändern will, WARUM man etwas ändern will, eine ALTERNATIVE Verhaltensweise zu entwickeln und die neuen Muster zu ETABLIEREN.

Warum es mit der neuen Einstellung meistens nicht funktioniert

Wir alle haben einen Willen. Das ist nichts Neues. Und bei den einen ist der etwas stärker ausgeprägt als bei anderen. Aber mit dem Willen ist es so eine Sache. Solange er stark genug ist, bringt er uns an unser Ziel. Aber irgendwann im Laufe der Zeit drückt unsere Glaubenssätze wieder durch.

Der Wille überdeckt die Muster nur temporär. Das ist fast so, als wenn wir auf den Rost bei einem Auto einfach Farbe darüber streichen wollen. Nach einer gewissen Zeit springt die Farbe wieder auf, weil die Unterlage unter der Farbe schlecht ist. Die Folge: Wieder Rost!

Sobald also unsere Wünsche und Ziele an Energie verlieren, drücken unsere Glaubenssätze wieder durch. Fertig lustig! Wir lassen unser Ziel wieder fallen.

Es funktioniert ja doch nicht.

Mehr zum Thema Glaubenssätze im Blogartikel von letzter Woche.

Wie das eigene Denken die Veränderung sabotiert

Kennst du das Gesetz von Schmerz und Freude?

Wir versuchen in unserem Leben entweder Schmerz zu vermeiden oder Freude zu bekommen. Wobei Schmerz zu vermeiden immer zuerst kommt.

Dabei verknüpfen wir den Schmerz oft mit einem Gefühl.

Nehmen wir beispielsweise den Wunsch, mehr auf andere zuzugehen und bei einer Party nicht mehr alleine in der Ecke rumzustehen. Das ist bei vielen Hochsensiblen Menschen immer wieder ein Thema.

Wenn wir schüchtern sind und Angst haben, auf Menschen zuzugehen, hindert uns die Aussicht, vom Gegenüber nicht akzeptiert zu werden daran, überhaupt einen Schritt zu machen. Das Gefühl der MÖGLICHEN Zurückweisung, der Schmerz MÖGLICHERWEISE wieder alleine dazustehen, ist dann grösser als die Aussicht darauf, eine interessante Person kennenzulernen.

Wir verknüpfen also das Gefühl der Zurückweisung mit dem Schmerz, nicht zu genügen.

Jedes Mal, wenn wir ein solches Erlebnis machen – auch wenn nur wir den Eindruck haben, zurückgewiesen zu werden – brennt sich der Pfad tiefer in unser Gehirn ein und wird mit der Zeit zu einer regelrechten mehrspurigen Autobahn.

Wie schaff ich denn nun die Veränderung?

Zuerst einmal muss ich wissen, WAS ich will. Und dann auch WARUM.

Super! Sehr schlau! Darauf wäre ich auch gekommen!

Aber sei mal ehrlich. Weisst du wirklich, WAS du willst?

Willst du wirklich nur abnehmen, oder geht es dir um etwas anderes? Willst du nicht vielmehr akzeptiert werden, nicht mehr schief angeschaut und wieder fitter durch den Alltag gehen?

Was willst du wirklich, wirklich, wirklich?

Wenn du dir überlegst, was du wirklich willst, sei mutig. Sei mutig, etwas zu wollen, das besser ist als nur das Minimum. Suche die Herausforderung.

Ich habe mir für nächstes Jahr das Ziel gesetzt, an einem längeren Lauf teilzunehmen. 16 Kilometer. Einen so langen Lauf habe ich in meinem Leben noch nie gemacht. Nicht mal mit knapp über 20 Jahren, als ich noch regelmässig Laufen ging.

Ich will wieder fit werden, damit ich in meinem Alltag mit Energie und Power bestreiten kann. Dazu will ich regelmässig Laufen gehen.

Ich brauche die Herausforderung, etwas das mich dazu antreibt. Deshalb habe ich mir diesen Lauf als Ziel im nächsten Frühling ausgesucht.

Warum es weh tun muss

Schmerzen? Genau die will ich doch verhindern!

Ist so. Aber hier geht es um etwas anderes.

Es geht darum, was geschehen wird, wenn ich nichts ändere. Überlege dir einmal, was die Konsequenzen sind, wenn du wie bisher weiter machst? Was wird dann in einem halben Jahr, in einem Jahr sein?

Wenn ich mit meinem Verhalten, keinen Sport zu machen und alles in mich hineinzustopfen weitergemacht hätte, wäre ich irgendwann so träge geworden, dass meine Gesundheit massiv darunter gelitten hätte. Ich fühlte mich so schon nicht mehr wohl. Ohne Energie, beim Treppensteigen ausser Atem und ständig schlaff.

Warum habe ich denn bisher nichts unternommen?

Weil der Schmerz, den das Leben als träger Couchpotato auslöst immer noch angenehmer war als die Freude, die sich nach einem Training einstellt wenn man die Runde geschafft hat.

Gibt es sogar negative Erfahrungen in Bezug auf mein bisheriges Verhalten?

Klar! Spitze Kommentare über mein Bäuchlein, Hosen die plötzlich nicht mehr passen und das Keuchen nach dem Treppensteigen.

Was wäre denn nun anders, wenn ich mein Verhalten ab sofort ändern würde? Welche positiven Konsequenzen würden sich daraus ergeben?

Nun ja! Mehr Energie und Vitalität im Alltag. Ich könnte meine tollen Kleider wieder tragen und würde im Sommer wieder gerne ins Schwimmbad gehen.

Veränderung die bleibt

Wenn du Veränderung erreichen willst, musst du als erstes überzeugt sein, dass sich etwas ändern MUSS. „Sollte“, „Könnte“, „Möchte“ funktioniert nicht.

„Ich sollte nächste Woche mal…“. Vergiss es! Das machst du nie!

Und nur DU kannst etwas tun! Nicht dein Nachbar, dein Vater, dein Chef. Du!

Wenn sich etwas ändern soll, musst du daran glauben, dass sich etwas ändern KANN!

ES MUSS und DU KANNST!

Nun gut. Ich bin überzeugt, dass sich was ändern muss und ich die Änderung herbeiführen kann. Damit ist aber noch nichts erreicht.

Wenn es das nächste Mal darum geht, ob ich zum Joggen gehe oder doch lieber auf dem Sofa herum liege und ein Stück Kuchen esse, ist die Gefahr gross, dass der Kuchen gewinnt.

In dem Moment, in welchem ich die beiden Alternativen abwäge und Gefahr laufe, mich für den Kuchen zu entscheiden, muss ich mein Autoprogramm unterbrechen können, das dann abläuft.

Ich stelle mir dann in solchen Momenten vor, was ich fühle und wie es mir geht, wenn ich vom Training zurück komme. Die Freude, die sich in mir breit macht und die Euphorie, etwas für meine Gesundheit getan zu haben.

Ich werde dann auf meinem Weg, mehr Energie zu haben ein Stück vorwärts gekommen sein!

Wichtig dabei ist, sich das ganze nicht nur vorzustellen, sondern auch die Gefühle zuzulassen, die sich in solchen Situationen einstellen.

Visualisiere auch dein Ziel in einem solchen Augenblick nochmals neu. Was wird abgehen, wenn du dein Ziel erreicht haben wirst, welche Gefühle durchströmen dich, wie wird es riechen, was wirst du dann geniessen können und wer wird alles mit dabei sein?

Male dir alles so detailliert wie möglich aus!

Es ist wie bei einem Schleichweg durch eine Wiese. Die erste Person tritt das Gras nieder. Die nächsten machen den Pfad immer breiter und irgendwann wächst auch kein Gras mehr dort, wo alle lang gelaufen sind.

Genau so ist es mit deinem Verhalten. Du musst es immer wieder tun. Also stelle dir jeden Tag vor, wie du das, was du ändern willst, erfolgreich durchführst, bis es sich dauerhaft etabliert hat.

Noch ein Tipp zu Schluss: Setze dir kleine Ziele, die dich herausfordern, aber erreichbar sind. Wie heisst es so schön? Gehe jeden Tag einen kleinen Schritt und du wirst dein Ziel irgendwann erreichen!

Und wenn du deine kleinen Ziele erreicht hast, feiere sie! Denn dein Gehirn wird diese kleinen Erfolge registrieren.

Auch ich muss das immer wieder umsetzen

Mein Ziel ist nebst der sportlichen Herausforderung im Moment vor allem, jeden Tag mit Elan an meine Arbeit zu gehen und dran zu bleiben. Das nicht nicht immer ganz einfach, vor allem dann nicht, wenn man nicht direkt Ergebnisse sieht.

Als eher ungeduldiger Mensch ist es herausfordernd für mich, Tag für Tag ein Stück des Berges abzutragen, bis er so klein geworden ist, dass ich über ihn hinwegsteigen kann.

Aber ich werde dranbleiben und euch darüber berichten.

Jetzt bist du dran!

Wo bist du gerade dran? Was ist für dich am schwierigsten daran, ein unerwünschtes Verhalten zu ändern? Was tust du, um ein Verhalten dauerhaft ändern zu können?

Lass uns als Hochsensible Community daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unten in die Kommentarsektion.

Sei ein Abenteurer der die Welt bewegt!

Dein Markus